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Die radikale Okobewegung "Rainbow Keepers" ladt ein zur Teilnahme am traditionellen internationalen Protestcamp:

in Wotkinsk, Udmurtien, Russland

Juli-August 2001

Gegen den Lockheed Martin Konzern

Im Sommer 2001 wird die radikale Okobewegung "Rainbow Keepers" mit Unterstutzung des Sozial-okologischen Bundes und des Bundes fur chemische Sicherheit eine Reihe von Protestaktionen gegen den Bau einer (Anlage zum Verbrennen von Raketenbrennstoffen) in Wotkinsk (Udmurtien) durchfuhren.

Beginn der Aktionen ist am 15 Juli 2001.

Am 1. August findet eine regionale Konferenz des PGA (Region Eurasien) statt.

Etwa am 4. August findet eine Konferenz der "Rainbow Keepers" statt.

Das Problem

Die Anlage wird vom Lockheed Martin Konzern, einem der fuhrenden Luft- und Raumfahrtkonzerne der Welt, mit Geld der US-amerikanischen Regierung gebaut. Die USA hatte wegen der okologischen Bedenklichkeit das Projekt nicht im eigenen Land durchfuhren wollen, weshalb die Anlagen jetzt in Russland und der Ukraine gebaut werden sollen. Das Projekt in der Ukraine ist dabei etwas sicherer, da es grundlegende Prinzipien der Handhabung von Treibstoffen berucksichtigt.

Auf diese Weise benutzt der Konzern und die Regierung der USA das Territorium der fruheren Sowjetunion als Versuchsgelande. Die Lage der Anlage, nur wenige Kilometer von einer gro?en Stadt entfernt, gefahrdet nicht nur die Umwelt, sondern auch Leben und Gesundheit der Menschen.

Widerstand

Die BewohnerInnen von Wotkinsk und dem benachbarten Tschaikowski protestieren schon einige Jahre gegen dieses Projekt. In Wotkinsk fand eine Volksabstimmung statt, in der sich die uberwaltigende Mehrheit der Bevolkerung gegen den Bau des Objektes ausgesprochen hatte. Allerdings wurden die Ergebnisse der Abstimmung nachher abgeandert. Auf diese Weise verletzt der Staat nicht nur das Recht der Bewohner auf eine gesunde Umwelt, sondern auch das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht, uber sein eigenes Schicksal zu entscheiden.

Nachdem alle Moglichkeiten das Problem mit gewohnlichen Mitteln zu losen ausgeschopft waren, wandten sich die BewohnerInnen an die Rainbow Keepers mit der Bitte um Unterstutzung der Proteste mit ihren Aktionen.

Das Protestcamp beginnt seine Tatigkeit in umittelbarer Nahe des Objektes ca. am 15. Juli 2001. Und an dieser Tatigkeit kann sich jeder beteiligen.

Wotkinsk

Wotkinsk ist eine 100.000-Einwohner-Stadt mit einigen Fabriken der Waffenindustrie. Es ist die Heimat Tschaikowskis und in der Stadt gibt es ein Museum des Komponisten. Wotkinsk liegt an der Kama, einem Zufluss der Wolga, umgeben von schonen Waldern und Seen.

Verwaltungsma?ig gehort Wotkinsk zur Republik Udmurtien, so benannt nach den ursprunglichen Bewohnern dieser Orte. Die Nachbarstadt Tschaikowski liegt am anderen Ufer der Kama und gehort verwaltungsma?ig zum Gebiet Perm.

Wer sind die Rainbow Keepers?

Die radikalokologische Bewegung Rainbow Keepers entstand aus dem massenhaften Widerstand gegen okologisch gefahrliche Objekte in Powolscha am Ende der 80iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Seitdem fuhren die Rainbow Keepers jeden Sommer Protestcamps und andere okologische, antimilitaristische und antifaschistische Aktionen in den unterschiedlichsten Stadten Russlands, der Ukraine, Belorusslands und Tschechien durch.

Die Rainbow-Keepers-Bewegung ist dezentral organisiert. Es gibt keine Chefs und Untergebenen, alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen.

Rainbow Keepers ist eine nichtkommerzielle Bewegung, alle Teilnehmer der Aktionen machen dieses aus Uberzeugung und aus eigenen Mitteln. Die Versorgung des Protestcamps wird uberwiegend durch Spenden ermoglicht.

Rainbow Keepers ist eine tolerante und pluralistische Bewegung, daher ist dort kein Platz fur Leute mit faschistischen oder autoritaren Uberzeugungen. Aber genug Platz fur alle anderen.

Rainbow Keepers ist eine offene Bewegung - um sich ihr anzuschlie?en mu? man nur an ihren Aktionen teilnehmen.

Langfristige Aktionen

Grundlegende Strategie der Rainbow Keepers sind langristige Protestaktionen. Die Bemuhungen richten sich nicht nur auf die Losung konkreter Probleme, sondern auch auf die Entwicklung von Burgerinitiativen und von Selbstbestimmung auf lokaler Ebene.

Protestcamp

Die Aktion soll wie folgt verlaufen: Um das Objekt wird ein Protest-Zeltlager errichtet, das das Zentrum des Widerstandes darstellen wird. Die im Lager lebenden AktivistInnen fuhren jeden Tag Aktionen in der Stadt, deren Umkreis und vor der Industrieanlage durch. Die Aktivisten werden mit kleineren Demonstrationen und Agitationen beginnen, um dann, vereinigt mit dem Kampf der ortlichen Bevolkerung, nach und nach zu entschlosseneren, direkten Aktionen uberzugehen, z.B. zu Blockaden.

Au?erdem findet eine kontinuierliche Pressearbeit statt, Festivals und Diskussionsveranstaltungen usw. werden organisiert. Die eine oder andere Aktion wird sich auch spontan ergeben.

In der Regel wird das Protestcamp einige Wochen, oder sogar 1 ? bis 2 Monate dauern, solange bis erkennbare positive Entscheidungen gefunden werden.

Prinzipien des Protestcamps

Wahrend der Dauer des Lagers durfen kein harter Alkohol und keine Drogen konsumiert werden. Zudem durfen keine Waffen und andere illegale Gegenstande mitgebracht werden. Alle Entscheidungen im Lager finden im gro?en Plenum aller Teilnehmer statt. Das betrifft sowohl alltagliche Notwendigkeiten als auch die Durchfuhrung von Aktionen. Arbeitsprache ist Russisch, zweite Sprache ist Englisch, aber es werden auch Leute dabei sein, die ukrainisch, spanisch, franzosisch oder finnisch sprechen.

Alle fur die Aktion aufgebrachten Mittel werden in einen gemeinsamen Topf gesammelt und uber deren Verwendung wird im Plenum entschieden. Auch Lebensmittel werden gemeinsam genutzt, die Nahrungszubereitung findet in Abstimmung mit den Bedurfnissen von Vegetariern und Menschen mit medizinisch bedingten Einschrankungen statt.

Wie kann an dem Protestcamp teilgenommen werden?

Ihr konnt mit den VertreterInnen der „Rainbow Keepers“ in Europa Kontakt aufnehmen:

Helsinki, Finnland
Mira Heija
heimira@hotmail.com
tel. 358-50-5978069
oder

Tuuli Hakulinen
moituuli@hotmail.com

Brussel, Belgien
Nathalie Melis
nath_melis@hotmail.com
tel. 0032/ 476 788327

Visum

Wenn ihr Probleme mit dem Visum habt, konnen wir Euch helfen, eine offizielle Einladung zu bekommen (fur ein „Seminar“ des Okologischen Zentrum „Dront“ (yulika@dront.ru <mailto:yulika@dront.ru>)). So eine Einladung kostet sieben Dollar, also checkt vorher, ob ihr nicht ein billigeres Touristen-Visum bekommt. Auf dem Visum sollte moglichst die „Udmurtskaja Respublika“ als einer der Besuchsorte vermerkt sein. Wendet euch an unsere belgischen VertreterInnen, wenn ihr eine Einladung benotigt.

Treffpunkt in Russland

Es gibt die Moglichkeit, sich in Russland vor der Anfahrt zur Aktion zu treffen. Treffpunkt wird in einem Haus der „Rainbow Keepers“ in Kassimow sein. Ihr konnt nach Kassimow im Vorfeld anreisen, dort unterkommen und die organisierte Abfahrt zur Aktion abwarten.

Nach Kassimow kommt man mit einem Linienbus aus Moskau. Der Bus fahrt vom zentralen Omnibusbahnhof an der Metrostation Scholkowskaja ab, jeweils um 10h, 15,30h und 22h. Das Ticket kostet ungefahr 5 Dollar.

Wenn ihr mit eigenen Transportmitteln anreist, treffen wir Euch an der Grenze und zeigen Euch den Weg nach Kassimow, und spater nach Wotkinsk. Ab Moskau nehmt ihr die Landstra?e Moskau-Egorevsk-Kassimow.

Adresse in Kassimow:

Ulitza Natschalnaja 4

Kassimow

Tel. +7 (09131) 4 15 14

rk@lavrik.ryazan.ru <mailto:rk@lavrik.ryazan.ru>

Selbststandige Anreise

Per Bahn

Von Moskau entweder direkt nach Ischewsk (Hauptstadt Udmurtiens), oder uber Agrys (Bahnhof auf der transibirischen Eisenbahnlinie zwischen Kasan und Jekatarinburg).

Aus Ischewsk dann mit Nahverkehrszugen oder Bus nach Wotkinsk. Man kann auch nur mit Nahverkehrszugen fahren: Moskau-Tscherusti-Wekowka-Murom-Arsamas-Sergatsch-Kanasch-Kasan-Schemordan-Moschga-Agrys-Ischewsk-Wotkinsk (Das ist billiger, aber nur fur Leute mit Russischkenntnissen zu empfehlen).

Per Autobahn (M7)

Moskau-Wladimir-N.Nowgorod-Tschoboxary-Kasan-Elabura-Moschga-Ischewsk-Wotkinsk.

Von Finnland aus fahrt man besser uber St.Petersburg (schlie?t euch kurz mit unseren VertreterInnen in Helsinki).

In Wotkinsk kann man die „BeschutzerInnen“ unter der Nummer 6 60 49 erreichen oder einfach die Einwohner fragen, wo das Protestlager ist.

Was sollte man dabeihaben?

Reisepass mit Visum, Zelt, Isomatte, Schlafsack, Geschirr und Behaltnis fur Wasser. Gut ware auch etwas Vorrat an Geld, Fuhrerschein, Worterbuch, Presseausweis. In Russland sind amerikanische Dollar am geeignetsten, andere Auslandswahrungen am besten noch in Moskau umtauschen.

Ihr braucht kein Wasser in Flaschen oder Hygieneartikel mit zu schleppen, heutzutage kriegt man das auch in Russland ohne Probleme.

Wenn ihr spezielle Medikamente benotigt, bringt sie besser mit, in Russland tragen sie oft abweichende Bezeichnungen.

Was sonst noch helfen kann:

Da die Aktionen der „Rainbow Keepers“ nicht von Stiftungen unterstutzt werden, konnt ihr mit Geld von Solikonzerten, Festivals oder Partys helfen. Ausserdem konnt uns mit Ausrustungsgegenstanden unterstutzen (Wir brauchen noch Zelte und Materialien fur Aktionen). Wenn ihr noch einen alten Computer, Modem oder Drucker habt - der ware auch zu gebrauchen.

Ihr konnt einen Artikel in Eurer lokalen oder landesweiten Zeitung schreiben und uns eine Kopie davon schicken.

Ihr konnt die Protestaktion mit Faxen oder mit Soliaktionen vor russischen Botschaften oder Konzernfilialen von Lockheed Martin unterstutzen. Besonders im Falle von Repression ware dies extrem wichtig.

Gebt uns rechtzeitig Eure Mailadresse, damit wir Euch uber den Verlauf der Aktionen informieren konnen.

Nehmt Kontakt mit uns auf:


P.O.Box 52,
Kasimov, 391330, Russia
Tel. +7 (09131) 4-15-14
E-mail: rk@lavrik.ryazan.ru
Web: www.chat.ru/~rk2000